STRESS – WENN DER KÖRPER DIR ZEICHEN SENDET

Stressempfinden ist sehr individuell. Nicht nur, wie man auf Stress reagiert, sondern auch was Stress auslösen kann. Stellen wir uns folgende Szene aus aktueller Zeit vor: Man arbeitet im Homeoffice und ein Online-Meeting jagt das nächste. Zusätzlich müssen die Kinder im Homeschooling betreut werden und der Hund sitzt mit der Leine in der Schnauze neben einem, weil er gerne Gassi gehen möchte. Es gibt Menschen, die sich von dieser Belastung sehr gestresst fühlen – was sehr verständlich ist - und andere eben nicht. Wie das Beispiel zeigt, ist es oft so, dass nicht nur ein Reiz auf uns einprasselt, sondern gleich mehrere. Und das fängt bei Lärm, Hitze oder Kälte an und hört sicher nicht bei Krankheiten und Termindruck auf. Im Übrigen kann Isolation auch zu Stress führen.

Leider begehen wir den ersten Fehler bereits mit unserer Sprache. Wie oft habt ihr schon gehört oder selbst gesagt: „Ich bin gestresst“? Mit diesen Worten „ich bin“ identifizieren wir uns mit dem Stress und schaffen es nicht den einen Schritt zurück zu machen, um es zu reflektieren. Wieso tricksen wir unser Hirn nicht aus, indem wir unsere Wortwahl ändern? Nutze zukünftig besser die Worte: „Ich empfinde Stress“. Das wiederum suggeriert dem Gehirn, dass wir in der Lage sind, selbst etwas gegen den empfunden Stress zu tun.


Weil wir uns leider allzu oft in einem Hamsterrad befinden, bemerken wir gar nicht, dass unser Körper uns Signale sendet, die stressbedingt auftreten. Wir wippen mit den Beinen, sprechen zu schnell, haben Muskelverspannungen, rauchen oder essen unkontrolliert, reagieren bei Kleinigkeiten über, haben bereits gesundheitliche Beschwerden, oder, oder, oder… Es macht absolut Sinn all diese Signale wahrzunehmen. Denn der Körper fühlt sich von dem Stress bedroht und bereitet sich auf eine Flucht oder einen Angriff vor. Für Höhlenmenschen war das hilfreich. Ist der Körper einer Gefahrensituation ausgesetzt, wird die Muskulatur angespannt, um schneller fliehen oder kämpfen zu können. Verdauung setzt aus, da das Blut in die Extremitäten fließt, um unsere Muskeln zu versorgen mit ausreichend Sauerstoff, die wir dringend benötigen für eine mögliche Flucht oder einen Kampf. Das Blut wird dickflüssiger, um mögliche Wunden schneller schließen zu können. Das Gehirn wird besser durchblutet, um die Konzentration zu erhöhen. Was früher hilfreich war, stellt heute ein Problem dar. Sicherlich ist die ein oder andere Reaktion auf Stress kurzfristig hilfreich. Wird die Situation jedoch zum Dauerzustand, führt das zwangsläufig zu Krankheiten. Hört auf euren Körper, er teil uns mit wenn es genug ist.



Aber warum reagieren wir unterschiedlich auf Stress? Jeder Mensch hat persönliche Stressverstärker. Diese entstehen durch individuelle Motive, Einstellungen und Bewertungen, welche auf Werten und Denkmustern basieren. Wenn wir versuchen Werte wie „Sei perfekt“, „sei beliebt“ oder „behalte die Kontrolle“ zu realisieren, und alles in Bewegung setzen, um dies zu erreichen, führt das unweigerlich zu Stress. Von der anderen Seite betrachtet. Sehen wir uns dieses „perfekt sein“ mal etwas genauer an. Sätze wie „Es gibt nichts Schlimmeres, als Fehler zu machen“ oder „Ich muss immer alles richtig machen“ sind bei Personen, die nach Perfektionismus streben, wahrscheinlich tief im Inneren verankert. Wie realistisch ist es aber „perfekt“ zu sein? Was bedeutet denn „perfekt“ sein? Wo kommt das Gefühl her? Wovor hast du Angst, wenn du nicht perfekt bist? Kannst du die Frage überhaupt beantworten? Und falls du die Frage beantworten kannst: Was macht die Antwort mit dir? Ist deine Angst wirklich so groß, dass es den ausgelösten Stress wert ist?



Manchmal hat man den Eindruck, dass Stress heutzutage zum „guten Ton“ gehört. Dabei wäre es doch viel schöner, wenn wir mehr Dinge tun würden, die uns Spaß machen und wir entspannt sind, um so die vielen stressbedingten Krankheiten – körperlicher und psychischer Natur – zu vermeiden.

Egal was bei dir persönlich zu Stress führt. Sei achtsam und bemerke die Zeichen, die dir dein Körper sendet. Es gibt mehr als genug davon. Wenn beispielsweise dein Nacken immer verspannt ist, dann könnte das daran liegen, dass du aktuell zu viel Stress empfindest, der dafür sorgt, dass die Muskulatur verhärtet und der Nacken schmerzt. Natürlich kann das auch durch eine falsche Haltung vor dem Laptop kommen, oder vielleicht ist es auch der selbstgemachte Druck, der dir „im Nacken“ sitzt. Schaue dir genau an, woher die Verspannung kommt. Die Symptome kann man hervorragend mit einer Nackenmassage lindern und sicherlich führt die Massage bei vielen Menschen zur Entspannung. Aber hilft das langfristig die Nackenverspannung zu verringern? Alternativen könnten sein: Pausen, kurze Auszeiten, Lockerungsübungen und „me-time“. Diese signalisieren dem Körper zumindest, dass er weder fliehen noch kämpfen muss und die Muskulatur entspannen kann.



Ein paar wenige Ideen, den Körper zu entschleunigen:

  • Atme tief ein und aus

  • Streiche zukünftig Sätze mit „ich muss“ aus dem Wortschatz.

  • Frage dich in Situationen in denen du Stress empfindest: „Wovor habe ich Angst?“

  • Suche dir einen Ausgleich. Was macht dir Spaß?

  • Mache Pausen

  • Mache Yoga







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