Muskelkater vom Loslassen...


… so kann es sich anfühlen, wenn man am Tag zuvor Yin Yoga praktiziert hat. Beim Yin Yoga nimmt man eine entspannende Yoga Pose ein, die 3 bis 5 Minuten gehalten wird. Warum? Weil die Kontraktion der Muskulatur nach ca. 1,5 Minuten nachlässt und die Arbeit der Faszie beginnen kann. Dass die Faszie überhaupt eine Chance hat, mit ihrer Arbeit – dem „Entkleben“ – zu beginnen, muss die Muskulatur ihre Anspannung loslassen. Das führt dazu, dass Verspannungen verringert oder aufgelöst werden.


Ein weiterer schöner Effekt beim Yin Yoga ist das Entspannen. Durch das lange und entspannte Halten der Positionen findet Entschleunigung statt, der Sympathikus beruhigt sich, was positive Auswirkungen auf den Parasympathikus hat. Da der Parasympathikus für die Regeneration zuständig ist, hilft Yin Yoga beim Loslassen. Wer regelmäßig Yin Yoga praktiziert wird es schaffen die Aktivitäten im Gehirn zu reduzieren, dem Hamsterrad zu entkommen und im Hier und Jetzt zu sein.


Loslassen hilft aber auch im Arbeitsumfeld. Das sollte jedem bekannt vorkommen. Oft möchten wir viele Dinge gleichzeitig erledigen. Wer aber den Anspruch an qualitativ hochwertiger Arbeit hat, die nunmal volle Aufmerksamkeit benötigt, stellt fest, dass Multitasking ist eine Illusion ist. Es geht einfach nicht! Ich kann nur einer Tätigkeit die volle Aufmerksamkeit widmen. Tue ich das nicht und teile meine Aufmerksamkeit, dann leiden wahrscheinlich alle Tätigkeiten darunter.


Zusammengefasst heißt das, dass ich Tätigkeiten idealerweise nacheinander erledige anstatt gleichzeitig. Um mich auf eine Tätigkeit fokussieren zu können muss ich eine oder mehrere andere Tätigkeiten loslassen. Ganz schön anstrengend dieses Loslassen. Es kostet Kraft und Zeit sich im Loslassen zu üben. Ähnlich wie im Yin Yoga.


Aber was können Effekte sein? Die Qualität unserer Tätigkeit erhöht sich, weil weniger Fehler entstehen, wodurch Nacharbeit entweder wegfällt oder sich verringert wird. Das wiederum schafft Zeit, um die nächste Tätigkeit anzugehen und bringt Ruhe in die Abarbeitung, weil man nicht ständig zwischen unterschiedlichen Themen hin und her switchen muss. Stress wird reduziert und das Gefühl von Leichtigkeit hat die Möglichkeit entdeckt zu werden.


Gerade, wenn man voller Energie sprüht und viele Ideen hat, die man am liebsten sofort umsetzen möchte, kann man sich verschiedener Methoden bedienen, die für Fokus sorgen und dabei helfen loszulassen. Beispiele sind das Verfolgen einer Strategie oder die Nutzung von OKRs, die zumindest einen Rahmen setzen. Besser ist, sich mit geeigneten Priorisierungsmethoden auseinander zu setzten wie “Getting Things Done”, “Rocks, Pebbles & Sand”, “MoSCoW”, usw.

Es geht darum sich für etwas zu entscheiden und andere Tätigkeiten nicht oder später anzugehen. Im Prinzip ein Loslassen auf Zeit.


Da Schöne am “Loslassen auf Zeit” ist, dass der Kopf nicht ständig mit Themen belastet ist, die erledigt werden wollen. Durch die Priorisierung wissen wir, dass wir uns für eine Tätigkeit oder ein Thema entschieden haben und die ebenso wichtigen Themen sicher “geparkt” haben, um sie eins nach dem anderen abzuarbeiten. Das führt sicherlich zu mehr Zufriedenheit, weil wir nicht 10 Dinge begonnen haben, sondern Dinge zum Abschluss gebracht haben.


Es gibt also gute Gründe loszulassen, auch, wenn es uns manchmal schwerfällt.


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