Mein Weg in die Selbstständigkeit und was ich sonst gelernt habe

Wir möchten euch Viktoria vorstellen. Viktoria ist eine sehr beeindruckende Frau, bei der wir unsere Yin Yoga und Meditationslehrer Ausbildung absolviert haben.


Weil uns wichtig ist, dass wir alle voneinander lernen haben wir Viktoria um einen Gastbeitrag gebeten, weil jeder eine Geschichte zu erzählen hat von der wir lernen können. Lasst euch also von ihrer Story inspirieren:



„Ich bin selbstständige Yogalehrerin.“ – wenn diese Antwort auf die Frage was ich beruflich tue folgt, kommt sofort die nächste: „Geht das überhaupt?“

Warum soll es nicht gehen? Glauben die meisten Menschen, dass dies kein gut bezahlter Job ist? Oder hat man eine falsche Vorstellung von dem was eine Yogalehrerin tut? Vielleicht aber auch weil man keine Ahnung hat wie beliebt und gefragt Yoga inzwischen geworden ist und wie dringend es in unserer psychisch fragilen Gesellschaft jegliche Art der Regeneration und spiritueller Aufklärung braucht.

Ich möchte mit Mythen gleich aufräumen. In der Tat kann man mit Yoga auch genug Geld verdienen, um davon leben zu können. Jedoch stellen sich hier die Fragen „Wieviel ist genug?“ und „Wie genau geht das?“.

Vor fünf Jahren, als ich beschloss mich der Yoga zu widmen, habe ich mir nicht viele Sorgen um das Geld gemacht. Ich war bestens von meinem Ex-Mann unterstütz. Meine Hauptmotivation war Menschen zu helfen, bzw. ihnen den Weg zu sich selbst zu zeigen. Heute ist die Motivation dieselbe geblieben, nur jetzt weiß ich, wie ich damit auch Geld verdiene.

Denn es gibt noch erstaunliche Wiederspruch in Köpfen vieler Menschen – "Wie kann man bitte spirituell sein und dabei noch Geld verlangen?" Dieser Wiederspruch ist leicht erklärbar. Die meisten Menschen haben sich leider einige negative Glaubenssätze bzgl. Geld angeeignet. Diese sind beispielsweise: „Das Geld ist schmutzig“, „Das Geld muss hart verdient werden“, „Geistiges und Materielles sind getrennte Substanzen“, „Ich bin nicht spirituell, wenn ich den Wohlstand anstrebe“ und Ähnliches. Dabei wird leider ein Fakt ignoriert – Geld ist Energie. Wo wenn nicht in Yoga arbeitet man am besten mit der Energie? Zudem ist auch die Tatsache nicht zu vernachlässigen, dass auch Yogalehrer Fixkosten, Wünsche und Bedürfnisse haben.


Das Wichtigste, was man zum Geld verdienen sagen sollte – sei transparent und gebe das Beste in dem was du tust. Viele machen sich Gedanken um die Konkurrenz und dies zur Recht. Denn solange man frisch in der Szene ist, braucht es eine Weile, um den eigenen Mehrwert zu erkennen. Zudem braucht auch das Umfeld etwas Zeit deinen Mehrwert zu erkennen. Aber dann wird deine Arbeit einfach für dich sprechen. Ich weiß, dass ich sehr gut bin in dem was ich tue, zumindest ich bin besser als die meisten Yogalehrer, daher mache ich mir keine Gedanken um die Konkurrenz.

Viel schöner ist aber sich Gedanken um Kooperation zu machen. Wem kann ich helfen? Wie können wir uns gegenseitig unterstützen und inspirieren? Ich teile unheimlich gerne all mein Wissen und Können und dies nicht immer für eine Gegenleistung oder Bezahlung. In all den Jahren traf ich auf genug yogabegeisterte Menschen, die leider keine Möglichkeit hatten, sich den Unterricht zu leisten. Ich habe trotzdem viel Zeit in sie investiert. Das Gefühl, das ich dabei erlebt habe, war teils erfüllender, als nach manch meiner bezahlten Sessions.


Ich erinnere mich, als die Corona Quarantäne begann, wollte ich unbedingt einen kostenfreien Online-Kurs einmal pro Woche anbieten. Meine Motivation war es den Menschen eine Möglichkeit zu geben sich zur Ruhe zu bringen. Dies schien mir eine absolute Notwendigkeit zu sein. Leider wurde dieser Ansicht nicht geteilt. Einer damaligen Yogastudio Besitzerin, für die ich gearbeitet habe, gefiel dies gar nicht. Sie behauptete ich mache den Markt damit kaputt. Leider endete es in einer sehr unangenehmen Auseinandersetzung und wir verabschiedeten uns von gemeinsamer Arbeit. Ich habe viele Menschen kennengelernt, die weniger an Kooperation und den Menschen und dessen Allgemeinwohl denken sondern an Marketing und die ökonomischen Vorteile. Doch es ist deren Weg und mir ist es insofern egal, da dies keineswegs meine Werte oder Prioritäten beeinflusst.

Hiermit möchte ich keine Werte vermitteln, vielmehr zum Nachdenken anregen: "Was möchte ich mit meiner Arbeit erreichen?" bzw. "Was ist für mich wichtig?". Unter „wichtig“ verstehe ich das Gefühl der Erfüllung. Wer Wert auf ein gemachtes Image legt, ist das in Ordnung. Man sollte meiner Meinung nach nur dazu stehen. Dies nennt man „Integrität“ und davon gibt es leider auch in Yogaszene sehr wenig. Das sollte man wissen, um viele Enttäuschungen zu vermeiden. Ich wünschte, ich wäre von Anfang an darüber aufgeklärt worden.


Einen weiteren Punkt möchte ich zukünftigen Yogalehrern nicht vorenthalten. Es lohnt sich viele Skills und multidimensionales Wissen außerhalb des Yogas anzueignen und zu entwickeln. Ich habe Philosophie und Film studiert, als Photographin und Make-Up Artist gearbeitet, ich habe Castings geleitet und Drehbücher geschrieben. Das bedeutet: ich kann meine Flyer, Texte, Social Media Content, wie Bilder und Videos, selbst kreieren. Ich habe selbst meine Homepage erstellt und pflege sie auch selbst. Seit drei Jahren bilde ich Yogalehrer aus. Mein Schwerpunkt liegt in der Philosophie – eine ohnehin im Westen viel zu sehr vernachlässigte Facette der Yogalehre. Ich habe Ahnung von Kommunikation und bediene mich der Grundlagen der Psychologie, was mir unheimlich beim Coachen und Erstellen von Konzepten hilft. Das Einzige, was ich tatsächlich immer noch nicht selbst tue ist meine Steuer. Dennoch habe ich in den letzten fünf Jahren viel über das Steuerrecht gelernt. Deswegen empfehle ich sich auch außerhalb von Yoga weiterzubilden sonst ist man die Arbeit oder Hilfe von Anderen angewiesen.

Yogalehrerin ist ein sehr vielseitiger Beruf, zu dem man meiner Meinung nach tatsächlich nur durch die Berufung kommt. Mit diesem Job wächst man unheimlich, besonders in spiritueller Hinsicht. Das der Körper dabei gesund bleibt und man eine positive Lebenseinstellung gewinnt ist keine Garantie, aber auf jeden Fall bietet es eine gute Basis dafür. Schließlich hängt es von einem selbst ab was man aus sich rausholen möchte und woran man bereit ist zu arbeiten.

Wer mehr über Viktoria erfahren möchte kann dies gerne auf ihrer Homepage tun: www.toriiyoga.de. Zudem findet ihr sie auch auf Instagram



#selbstständigkeit #yoga #learning #sharingiscaring #entlastung #produktivität #zufriedenheit #wirksamkeit #selbstorganisation #handlungsfähigkeit #limeandpaper #klarheit #transparenz #bewusstsein #agile #newwork #weiterentwicklung #individuum #kollektiv #vuca #stabilitätinnen #agilitätaussen #struktur #fokus

93 Ansichten1 Kommentar

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen